Szene & Lifestyle

Champagner „aufsäbeln“: Genuss zelebrieren

Die Champagnerflasche nehmen, die Kapsel abziehen, den Drahtkorb ablösen und den Korken sanftmütig, aber beherrscht, drehend aus dem Flaschenhals ziehen.

Wagemutige, Witzigsein-Woller oder Formel-1-Fahrer machen den Drahtkorb ab und schütteln die Flasche so lange, bis der Korken mit einem Mordsknall und überschäumenden, verschwenderischen Tamtam durch die Gegend fliegt.

Und dann gibt es noch die Öffnungsmethode des Sabrierens – eine Variante, die gleichermaßen aufsehenerregend wie „verbrauchsarm“ ist. Diese Kunst, eine Flasche mit einem Säbel zu öffnen, soll bis in die Zeit napoleonischer Offiziere zurückgehen.

Aber wie sabriere ich nun einen Champagner?

Ganz einfach – zumindest in der Theorie.

Hierzu wird ein Champagnersäbel (Sabre) mit der Schneideseite etwa ein Fingerbreite über dem Etikett angelegt und die Flasche in einem Winkel von knapp 20 Grad gehalten. „Schneideseite“ ist hier jedoch sehr irreführend, denn ein Sabre ist stumpf und der Glaskopf wird abgeschlagen, nicht abgeschnitten. Wichtig: Die Längsnaht der Flasche muss nach oben zeigen. Jetzt mit einer weich-fließenden Bewegung mit dem Säbel an der Naht entlang fahren, von unten gegen die Wölbung des Flaschenkopfes schlagen und dabei idealerweise genau an der Stelle treffen, wo Längsnaht und Kranz aufeinandertreffen.
Durch den Druck des Champagners werden eventuelle Glassplitter wegschleudert. Ein Korken bzw. Flaschenkopf kann bis zu 200 km/h schnell werden. Traditionell gilt der abgeschlagene Flaschenkopf sowie der Korken als eine Art Glücksbringer.

Übrigens, je kühler der Champagner ist, desto weniger schäumt er.

Ob der Ursprung dieser Methode wirklich beim französischen Kaiser Napoleon liegt, ist nicht hundertprozentig belegt – das Sabrieren war vermutlich schon früher gebräuchlich. Doch Napoleon rückte die stilvolle Dekadenz, eine Champagnerflasche zu öffnen, nach jeder gewonnenen Schlacht in Szene. Aber es ist auch davon auszugehen, dass er nach Niederlagen das edle Getränk zu trinken pflegte. Oder woher stammt sonst sein Champagner-Zitat „Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst Du ihn!“?

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