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Elsässer Weine – das Besondere liegt so nah!

Weinfreunde und Feinschmecker, die sich an Goethes Erinnerung halten - Sieh, das Gute liegt so nah! - kommen am Elsass nicht vorbei. Die reizvolle Region in unserer direkten französischen Nachbarschaft ist mit ihren einzigartigen Weinen und der leckeren Küche ein Paradies für Genießer. Besonders im Zusammenspiel von regionalen Gerichten und dem passenden Elsass-Wein lassen sich fabelhafte kulinarische Highlights entdecken.

Malerisches Fachwerk im Elsass

Die malerische Gegend im Osten Frankreichs zwischen Vogesen und Rheintal verzaubert mit sanften Weinbergen, viel Grün und charmanten Fachwerkdörfchen, über denen glückliche Störche kreisen. Der Weinbau hat hier eine Jahrtausende alte Tradition, denn es herrschen fantastische Bedingungen. Das Mittelgebirge schützt vor Niederschlägen und allzu kalten Temperaturen und die Böden der meist nach Süden ausgerichteten Weinberge weisen eine solch vielfältige Beschaffenheit auf, dass auf kleinstem Raum eine große Zahl aromatisch komplexer, ausdrucksvoller Weine entstehen kann.

Die Weine aus dem Elsass – faszinierende Vielfalt in Weiß und Rot

Die Elsässer Weine präsentieren sich traditionell in der schlanken Flasche, der sogenannten „Elsässer Flöte“. Vorwiegend produziert man hier trockene, aromatische Weißweine aus Riesling, hellen Burgundersorten, Gewürztraminer, Muskateller und Sylvaner, aber auch der Pinot Noir hat zunehmend an Stellenwert gewonnen und seinen festen Platz in den Elsässer Weinbergen. Der Crémant d’Alsace, der Elsässer Schaumwein produziert nach der Méthode Traditionelle, wird dank seines fruchtigen, klaren Charakters von Sektliebhabern sehr geschätzt.
Die Weine aus dem Elsass haben viele Gesichter: Sie begeistern mit komplexen Aromen und sind im gleichen Maße elegant wie kraftvoll, vielschichtig und feingliedrig, körperreich oder eher leicht und knackig frisch.

Wein und Küche aus dem Elsass – ein Genuss-Traumpaar

Dank dieser Vielfalt an Stilen und dem oft intensiven Duft nach Früchten, Blüten oder Gewürzen machen sich die Elsässer Weine sehr gut als Begleiter zu den leckeren Gerichten der Elsässer Küche. Die Weine stellen sich oft als geschmacklich geniale Ergänzung heraus. Feinschmecker schätzen auch beim Essen das kontrastreiche Angebot der Region – das Elsass hat in Sachen kulinarischer Spezialitäten von rustikal bis raffiniert einiges zu bieten. Ob herzhaft oder auch mal süß, kommt die Elsässer Küche eher bodenständig daher, aber keinesfalls uninspiriert. Die Paarung mit einem charaktervollen Wein macht die mal einfachen, mal aufwändigen Gerichte zu einem besonderen und oft richtig spannenden Genuss.
Probieren Sie doch mal einen Elsässer Flammkuchen oder Wurstsalat mit einem rassigen Riesling, einem temperamentvollen Sylvaner oder einem feinen Weißburgunder aus heimischem Anbau. Der elegant perlende Crémant d’Alsace erweist sich als großartiges Pendant zum herzhaften „Kougelhopf“ oder Sauerkraut und ein duftiger Gewürztraminer kann einem Käsekuchen den letzten Pfiff verleihen.

Wenn Sie in nächster Zeit leider keine Gelegenheit haben, selbst ins Elsass zu reisen und die wunderbaren Genüsse vor Ort zu erleben, dann müssen Sie aber unbedingt die Rezepte und Weine miteinander kombinieren, es lohnt sich. Zur Inspiration hier nun ein paar Lieblingsrezepte und Weinempfehlungen, bon appétit!

„Baeckeoffe“

Ein Eintopfgericht, das traditionell  in den bunt glasierten Keramikformen zubereitet wird, die man im Elsass überall sieht. Der Name kommt daher, dass man früher für die lange Garzeit die Restwärme professioneller Bäckerei-Öfen genutzt hat. Die Köchinnen brachten ihren gefüllten Topf zum Bäcker und holten ihn dort nach der Backzeit wieder ab.

Eintopfgericht „Baeckeoffe“

Zutaten für 6 Personen:
500 g Schweinekamm/ Schweineschulter
500 g Lammschulter ohne Knochen
500 g Rinderbug
1 Schweinefuß (falls gewünscht)
1 kg Kartoffeln
250 g Zwiebeln
2 Stangen Lauch (die weißen Teile)
2 Karotten
2 Knoblauchzehen
1 l Riesling
1 Kräutersträußchen (Petersilie, Thymian + Lorbeer)
200 g Brotteig
zum Würzen: Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Das Fleisch in Stücke schneiden und 24 Stunden mit einem halben Liter Wein, mit einer Zwiebel, dem Knoblauch (beides in feine Streifen geschnitten), dem Kräutersträußchen, Salz und Pfeffer marinieren. Am nächsten Tag die Kartoffeln, die Karotten und den Lauch in feine Scheiben und die restlichen Zwiebeln in feine Streifen schneiden. In einer Steingut-Terrine Kartoffeln, die Hälfte des Fleisches, der Zwiebeln und des Gemüses einschichten und erneut Kartoffeln, Fleisch, Zwiebeln und Gemüse darüber geben. Weißwein und den Rest der Marinade mit den Gewürzkräutern angießen. Die Terrine muss bis zu halber Höhe mit Flüssigkeit gefüllt sein. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Terrine mit dem Deckel abdecken. Mit einer Rolle Brotteig aus Mehl und Wasser die Terrine am Rand verschließen. Im Ofen 2,5 Stunden bei 170°C garen.

Weinempfehlung:
Hierzu schmecken sehr gut ein schlanker Elsässer Grauburgunder, ein fruchtig eleganter Pinot Noir oder ein kraftvoller Riesling.

Sauerkraut mit Fisch

Sauerkraut mit Fisch

Zutaten für 6 Personen:
1 kg Sauerkraut
30 cl Riesling
30 cl Fischfond
300 g Lachsforellenfilets in sechs Portionen
300 g Seeteufelfilets in sechs Portionen
300 g Schellfischfilets in sechs Portionen
200 g Butter
12 Muscheln oder Gambas
6 Jakobsmuscheln
1 Kräutersträußchen (Petersilie, Thymian + Lorbeer)
2 Schalotten
1 Zwiebel
1/2 Zitrone
2 Esslöffel Crème Fraîche
2 Esslöffel Öl
Zum würzen: Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Das Sauerkraut waschen und zwischen den Handflächen gut ausdrücken. Den Vorgang mehrmals wiederholen, um den Säuregehalt zu verringern. Die in feine Streifen geschnittene Zwiebel in etwas Butter in einem Topf anschwitzen. Das Sauerkraut, 20 cl Riesling und 20 cl Fischfond hinzugeben. Salzen, pfeffern, das Kräutersträußchen beilegen und mit Deckel 45 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Gegen Ende dieser 45 Minuten eine Schalotte würfeln und auf ein Backblech geben. Etwas Butter, 5 cl Riesling, 10 cl Fischfond, den Fisch, die Muscheln und Zitronenscheiben hinzugeben. Salzen, pfeffern und 7 Minuten bei 210°C garen. In der Zwischenzeit in einer sehr heißen Pfanne die Gambas und die Jakobsmuscheln von jeder Seite 2 Minuten in Öl braten.
Eine helle Buttersauce zubereiten. Dazu die zweite Schalotte fein würfeln, mit dem restlichen Weißwein in einen Topf geben. Salzen, pfeffern und einreduzieren lassen. Die Crème fraîche hinzugeben, eine Minute kochen lassen und die Butter mit dem Schneebesen unterrühren.

Weinempfehlung: 
Wunderbar passen hierzu ein lebhafter Riesling oder ein feiner Crémant d’Alsace

„Kougelhopf“

Diesen Hefekuchen aus der klassischen Gugelhupf-Form kann man traditionell süß zubereiten oder auch mal herzhaft ohne Zucker und stattdessen mit mehr Salz, gehackten Walnüssen und Speckwürfelchen. Wir haben uns hier für eine süße Version entschieden. Beide Varianten  werden gerne schon zum Frühstück, aber auch zum Dessert oder sogar bei formalen Anlässen gereicht.

Süßer „Kougelhopf“

Zutaten für 8 Personen:
500 g Mehl
25 g Hefe
20 cl Milch
125 g Butter
100 g Zucker
80 g Rosinen
2 Eier
50 g Mandeln
10 g Salz

Zubereitung:
Die Hefe zerreiben und in 10 cl lauwarme Milch gleiten lassen. 100 g Mehl hinzugeben. Miteinander vermengen, bis ein lockerer Teig entsteht, der so genannte Vorteig. Den Vorteig an einem warmen Ort gehen lassen. Die Rosinen in lauwarmem Wasser einweichen. In einer Schüssel Mehl, Eier, die restliche Milch, den Zucker und das Salz rund 10 Minuten lang kräftig schlagen, bis der Teig sich vom Schüsselrand löst. Die weiche Butter und den Vorteig, der beim Aufgehen sein Volumen verdoppelt hat, mit dem Teig vermengen. Den Teig noch etwas weiter kneten. Mit einem Geschirrtuch abdecken und eine Stunde lang an einem warmen Ort gehen lassen. Den Teig leicht kneten, damit er zusammenfällt und die abgetropften Rosinen einarbeiten. Eine Kougelhopf-Form mit Butter einfetten und auf den Boden in jede Rille zwei Mandeln legen. Den Teig in die Backform geben und ein zweites Mal gehen lassen, bis er über den Rand der Backform wächst. In den Ofen schieben und bei 180°C rund 45 Minuten backen.

Weinempfehlung:
Eine wahres Geschmäcker- und Aromenfeuerwerk ergibt sich hier in der Kombination mit einem Gewürztraminer oder Crémant d’Alsace.

 

Quellenangaben für verwendete Bilder:
Conseil Interprofessionnel des Vins d’Alsace (N. Hecht, T. Vuano, Chez Elles)

 

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