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Wein in der Literatur: Genuss zum Schmökern

Für viele Weinfreunde ist es der Inbegriff eines entspannten Abends: Eine Flasche vom Lieblingstropfen entkorken, den bequemsten Sessel zurechtrücken, einschenken und dann bei einem guten Buch die Zeit vergessen.

Lesen und Wein – das ist ein Traumpaar, das einfach zusammengehört. Und das ist beim Lesen in der Hängematte nicht anders. Insofern ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass Wein in der Literatur eine große Rolle spielt. Alleine, wenn man sich ausschließlich auf die deutsche Literatur konzentriert, lassen sich dafür genug Beispiele finden. Das gilt sogar schon für jene kleinen Menschen, die noch gar nicht lesen können, sondern mit einer Guten-Nacht-Geschichte ins Bett gebracht werden: Allerdings bekommen sie dann alkoholfreien Traubensaft serviert.

Mit den Märchen fängt Wein in der Literatur an …

Man kann über die Gebrüder Grimm sagen, was man will, aber ihre Sammlung von deutschen Märchen ist einfach nicht unterzukriegen. Egal, wie viel Zeit die Kinder an der Spielkonsole verbringen; Aschenputtel, Hänsel und Gretel und Dornröschen kennen sie alle – wenigstens dem Namen nach. Auch das kleine Rotkäppchen, das der kranken Großmutter einen Korb mit kräftigenden Speisen und Getränken ans Bett bringen soll, ist in der deutschen Volksseele verankert. Und erst der böse Wolf! Er hat es nicht nur auf den leckeren Kuchen abgesehen, mit dem Rotkäppchen unterwegs ist, sondern auch auf ihren Wein. Wein, so lehrt uns das Märchen, ist nicht nur Genussmittel, sondern auch… „Medizin“. Eine Auffassung, die Rotkäppchens Mama und Hildegard von Bingen die große medizinische Gelehrte des Mittelalters durch die Jahrhunderte miteinander teilen und die auch heute wieder gilt. Wobei es freilich in diesem Zusammenhang sehr auf die Dosis ankommt, doch das ist ein anderes Thema.

… und auf der Theaterbühne geht es weiter

Zurück zum Wein in der Literatur oder besser gesagt, zum Weinberg. Denn mit dem Theaterstück „Der fröhliche Weinberg“ erlebte der junge Dramatiker Carl Zuckmayr im Jahr 1925 seinen Durchbruch auf den deutschen Theaterbühnen. Erstmals wurde darin dem einfachen Volk aufs Maul geschaut und ein gesellschaftskritischer Inhalt offen auf die Bühne gebracht. Mehr als eine gesellschaftliche Gruppe fühlte sich durch den Inhalt verletzt; nicht zuletzt die rechtskonservativen Kräfte, die damals langsam, aber sicher an Bedeutung gewannen. Nachdem diverse Bühnen das Stück zunächst abgelehnt hatten, bemühten sich nach der Uraufführung am 22. Dezember 1925 im „Theater am Schiffbauerdamm“ in Berlin über 100 Bühnen in ganz Deutschland um die Aufführungsrechte. Als Schriftsteller war Carl Zuckmayr damit ein gemachter Mann. „Der fröhliche Weinberg“, der in einem erfundenen Winzerdorf in Rheinhessen mit Blick auf den Rhein spielt, wurde mehrfach verfilmt und wird bis heute gerne aufgeführt. Unter den Nationalsozialisten war das Lustspiel übrigens verboten.

Ohne Krimi ist das Schmökern nur halb so schön

Kriminalromane stellen heutzutage eine eigene Literaturgattung dar und dürfen ihre Leser ganz ungestraft einfach nur unterhalten. Wer sowohl Krimis als auch Wein liebt, der findet die perfekte Verbindung in Titeln wie etwa „Die Spur des Barolo“ von Paul Grote oder „Tod oder Reben“. In letzterem entführt Autor Michael Böckler seine Leser nach Südtirol. Dort verdient der verarmte Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein, der auf einem Weingut aufgewachsen ist, nach dem Bankrott seines Vaters sein Geld als Privatdetektiv. Sein erster Fall führt ihn quer durch eines der schönsten Weinbaugebiete Italiens. Auch der Folgeroman „Mord in bester Lage“ ist empfehlenswert. Seit August 2016 (Erscheinungstermin) ermittelt Baron Emilio übrigens seinen dritten Fall unter dem Titel „Mörderischer Jahrgang“. Wer von Michael Böckler nicht genug bekommen kann, folgt ihm unter dem Titel „Sterben wie Gott in Frankreich“ einfach in die Weinkeller der Provence.

Literatur über Wein

Natürlich gibt es nicht nur viele Bücher, in denen Wein ein Thema ist. Auch die Regale mit Fachbüchern zum Wein selbst sind voll. Ob es nun um Anbaugebiete oder Rebsorten, um Weinempfehlungen für bestimmte Speisen oder um Reisen in Weinländer geht – es gibt quasi nichts, was es nicht gibt. Wer sich das alles zu Gemüte führen möchte, der sollte vor allem für ein stets gut gefülltes Weinregal sorgen.

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