Reisen & Regionen

Das Elsass – wie gemacht für genussvolle Weinreisen.

Natürlich können Sie die Weine aus dem Elsass zu Hause genießen, viel schöner ist es jedoch, diese ungewöhnlichen Weine dort zu probieren, wo sie ihren Ursprung haben. Im Elsass, Frankreichs kleiner Weinregion im Osten des Landes. Die Landschaft, die Geschichte, die Küche und die Weine des Elsass sind allemal eine Reise wert. Wenn es irgendwie möglich ist und in den Urlaubs- oder Finanzplan passt, dann nichts wie hin!

 

Die Route des Vins d´Alsace – die Elsässer Weinstraße – könnte man auch als Märchenstraße bezeichnen, so zauberhaft und eindrucksvoll schlängelt sie sich in konstantem Nord-Süd-Verlauf entlang der Vogesen und parallel zum westlichen Rand der Oberrheinebene durch das Weinbaugebiet Elsass und ist dabei eine südliche Fortsetzung der Deutschen Weinstraße.

Es geht um die Rebsorte, nicht so sehr um die Lage

Im Elsass ist vieles typisch französisch, aber das meiste ist irgendwie doch ganz anders als im Rest des Landes. Das könnte auch etwas mit den deutschen Nachbarn zu tun haben, die auch in der Weinwirtschaft immer wieder präsent sind. Zunächst fällt ein grundlegender Unterschied zu allen anderen französischen Weinregionen auf: Die Etiketten der Elsässer Weine weisen nicht die Lage der Stöcke aus, sondern den Namen der Rebsorte. Insgesamt werden sieben Sorten im Elsass angebaut, denen man in den knapp 120 Weindörfern immer wieder – und immer wieder anders – begegnet. Wer die wichtigsten von ihnen entdecken möchte, der folgt der Elsässer Weinstraße, die Anfang der 1950er Jahre ins Leben gerufen wurde. Sie ist 170 Kilometer lang und führt nicht nur durch die schönsten Landschaften, sondern auch zu 70 Weindörfern. Dort sind die Winzer gegenüber Reisenden besonders aufgeschlossen und es gibt mehr als genug Möglichkeiten, die dort heimischen Tropfen zu probieren, am besten in Kombination mit den Köstlichkeiten der regionalen Küche.

Elsässer Weine erkennt der Weinkenner nicht nur am Geschmack, sondern auch an ihrem Aussehen, denn sie dürfen nicht als Fasswein, sondern ausschließlich in speziell geformten (schlanken und hochgezogenen) Flaschen – sogenannten „Flöten“ bzw. Flûtes – verkauft werden.

Ein Vin d‘Alsace wird, bis auf wenige Ausnahmen, stets sortenrein ausgebaut. Die wichtigsten Traubensorten sind Riesling, Silvaner (hier: Sylvaner), Gewürztraminer (hier: Gewurztraminer), Muscat und Pinot Blanc, der hier auch unter der Bezeichnung Klevner etabliert ist. Bei den roten Reben ist der Pinot Noir absolut im Kommen und wird mehr und mehr zum Liebling.

Elsässer Riesling

Wie auch bei den deutschen Nachbarn wird im Elsass mit Begeisterung der Riesling kultiviert und in aller Regel trocken (mit vergleichsweise viel Restsüße) ausgebaut. Mit seinen mineralischen Noten und einem deutlichen Zitrusaroma lieben ihn die Elsässer zu deftigen Sauerkrautgerichten und zu Geflügel.

Elsässer Weißburgunder

Je nachdem, ob das Herz des Winzers mehr für Deutschland oder für Frankreich schlägt, nennt er seinen Wein Weißburgunder oder Pinot Blanc. So oder so kommt dabei aber immer ein fruchtiger Wein heraus, der ganz zarte Aromen von Blüten in sich trägt. Relativ säurearm ist er gut verträglich und ein herrlicher Allrounder.

Elsässer Grauburgunder

Hier beginnen Genießer-Herzen höher zu schlagen. Denn Pinot Gris oder Grauburgunder aus dem Elsass verspricht einen Wein, der nicht einfach mal „so nebenbei“ getrunken werden möchte. Da auch diese Rebsorte hier relativ säurearm, dafür aber intensiv holzig und fruchtig ausgebaut wird, kombiniert man sie gern mit kräftiger Küche. So wird Grauburgunder im Elsass zum Beispiel zu Wildgerichten empfohlen. Aber Sie sollten ihn unbedingt auch als Weinbegleitung zu Ente oder zu einem deftigen Flammkuchen probieren.

Elsässer Schwarzburgunder

Die Elsässer nennen ihn Schwarzburgunder, der Rest der Franzosen spricht vom Pinot Noir. Alle zusammen meinen einen kräftigen, noblen Rotwein, der entweder mit einem rauchigen Unterton oder mit Noten aromatischer roter Früchten daherkommt. Wer ihn in einem elsässer Wirtshaus bestellt, der nimmt vielleicht noch ein Carpaccio, einen Wurstteller oder eine Käseplatte dazu. Die Einheimischen jedenfalls würden genau das machen!

Elsässer Sylvaner

Ebenso wie im Nachbarland Deutschland wird auch im französischen Elsass die Sylvanertraube leicht und spritzig ausgebaut – dann jedoch häufig als Sylvaner mit „y“ statt eines Silvaners mit „i“. Heraus kommt ein frischer Wein, der sich selbst an einem heißen Sommertag noch leicht trinken lässt. Entsprechend sind die Speisen, die dazu am besten schmecken: Serviert zu feinen Meeresfrüchten, mildem Fisch oder auch einem Wurstsalat, liegen Sie mit einem Sylvaner immer richtig.

Elsässer Gewurztraminer

Der Gewurztraminer (hier mit u statt ü) ist wahrscheinlich der Wein, der beim Stichwort „Elsass“ am ehesten assoziiert wird. Kein Wunder, unterscheidet er sich doch deutlich von den Rebsorten, die sonst in Frankreich kultiviert werden. Kräftig ist er, vollmundig und rund. Mit seinen Anklängen an gelbe Früchte und an Honig weist er sich als exzellenter Begleiter zu Desserts und auch zu Munster-Käse aus. Aber nicht nur! Im Elsass wird Gewurztraminer auch zu Gerichten aus asiatischen Küchen getrunken – zum Beispiel zu indischem Curry.

Elsässer Muscat

Muscat wird andernorts gern halbtrocken ausgebaut, im Elsass jedoch hat er trocken mehr Fans. Zusammen mit den dominanten Fruchtaromen zeigt er sich als ein eigenwilliger, unverwechselbarer Tropfen, der in seiner Heimat oft als Aperitif genossen wird. Er passt aber auch wunderbar zu zartem Frühlingsgemüse, etwa zu Zuckerschoten, zu jungem Kohlrabi oder zu Spargel.

Elsässer Crémant

Ein knappes Viertel der Elsässer Weinproduktion nimmt der Crémant ein. Vielen Weinfans schmeckt der Crémant d’Alsace sogar besser als sein großes Vorbild, der Champagner. Probieren Sie ihn einfach mal und entscheiden Sie selbst. Falls der Crémant aus dem Elsass auch Sie überzeugt, haben Sie eine deutlich preisgünstigere Alternative zu dem Luxusgetränk aus der Champagne entdeckt.

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