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Médoc. Frankreichs Paradies für Rotweinfreunde

Ja, man muss es immer wieder zugeben: Frankreich bietet in Sachen Wein den Himmel auf Erden. Das ist auch der Region Médoc zu verdanken.

Château Escurac (Foto: anakaphotographie.com)

Das Médoc ist eine Region voller landschaftlichem Zauber und wo man auch hinblickt Châteaus. Châteaus, die sich in Privatbesitz befinden und deswegen nicht für Besucher zugänglich sind, aber auch solche, die nur darauf warten, ihren Charme und ihre Geschichte preisgeben zu dürfen.

Das war nicht immer so. Heute kaum vorstellbar, aber bis vor etwa 160 Jahren war das Médoc nicht wirklich mehr als eine Dünenlandschaft mit spärlicher Vegetation: Gestrüpp und Gräser prägten die Landschaft. Erst mit der Bepflanzung von Kiefernwäldern, die die sumpfige Landschaft entwässern sollten, gewann das Gebiet an optischen Reizen.

Ein Nachteil der Region? Es gibt keine guten Straßenverbindungen – vor allem nicht in Küstennähe. Der Vorteil? Es gibt keine guten Straßenverbindungen – und diese Tatsache macht die Region Médoc zu einem ruhigen und erholsamen Feriengebiet, das Wassersportler anzieht. Surfer, Wellenreiter … und Weinfans.

Weinliebhaber, genauer gesagt Rotweinliebhaber, fühlen sich hier wie Gott in Frankreich. Nicht nur „Amateure“ kommen zum Probieren und zum Genießen ins malerische Médoc, sondern auch Profis, wie Sommeliers und Gastronomen. Denn dieses Anbaugebiet bringt einige der besten Tropfen hervor, mit denen Frankreich auf dem Weltmarkt auftrumpfen kann. Doch bei aller Feinheit und Eleganz können Médoc-Weine auch ein ganz alltäglicher Genuss sein.

Es gibt viele Gründe, das Médoc einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Das Médoc ist eine sich keilförmig verjüngende Landschaft zwischen dem Atlantik und der Gironde, nördlich von der Stadt Bordeaux. Die Halbinsel Médoc hat eine Länge von etwa 80km und ist rund 15km breit.

Ein mildes Klima – ideal für Cabernet Sauvignon

Im Médoc herrscht ein mildes Klima. Die Rebstöcke werden von großen Wäldern sowohl vor übermäßiger Hitze als auch vor Stürmen geschützt. Das ist eine ideale Voraussetzung für die Rebsorte Cabernet Sauvignon, die entsprechend denn auch im großen Stil kultiviert wird. Daneben setzen die Winzer aber auch auf Merlot und in kleineren Mengen auf Cabernet Franc. Hier und da werden zudem die Sorten Malbec und Petit Verdot angebaut.

Ein Rotwein von der Halbinsel Médoc ist so etwas wie eine Garantie für sauberen Trinkgenuss, für gute Frucht und sanfte Tannine.

Médoc, die Heimat der besten Rotweine der Welt

Wahrhaft luxuriös und wirklich im besten Sinne des Wortes erstklassig wird es vor allem, wenn es um die Appellation „Haut Médoc“ geht. Aus dieser „Unter“-Kategorie kommt das Beste und Teuerste, was es in Europa und oft sogar weltweit an Rotweinen gibt. Alte Weine aus Haut Médoc sind in alten Jahrgängen oft unbezahlbar und werden nicht selten sogar als Wertanlage gehandelt.

Es sind sechs äußerst renommierte Appellationen, die für den höchsten Trinkgenuss aus dieser Region stehen: Saint Estèphe, Pauillac, Saint-Julien, Margaux, Moulis und Listrac. Das sind die Gebiete, in denen die berühmtesten Châteaus stehen und aus denen jene Weine kommen, die für viele Rotweinfreunde oftmals leider unerreichbar sind. Gemeint sind Formate und Grand Crus wie Château Latour, Château Mouton-Rothschild, Château Lafite-Rothschild und Château Margaux.

Zum Trost für alle, die sich kostbare Weine nicht so ohne Weiteres leisten können, sei aber gesagt, dass die wirklich edlen Tropfen oft eine jahrelange Lagerung benötigen, bis sie ihr volles Potenzial entfalten. Es kann sich deshalb durchaus lohnen, junge Weine aus dem Médoc zu kaufen und ein paar Jährchen wegzulegen. Wer nicht so viel Geduld hat, genießt einfach die jüngeren, frischeren Weine der Region.

Betonfässer im Château Prieuré-Lichine & Médoc Appellationen

Alle Fotos: anakaphotographie.com | Karte: www.medoc-bordeaux.com

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