Reisen & Regionen

Hoch lebe der Sauvignon Blanc!

Er ist so etwas wie der Weinliebling auf gepflegten Sommerpartys, Seefesten, zu einem spannenden Buch und ein wunderbarer Begleiter zu Spargel, edlem Fisch und zu feinen, weißen Fleischgerichten – und er hat in den letzten zwei Jahrzehnten die Weinszene kräftig aufgemischt.

International Sauvignon Blanc Day!

Die Rede ist von Weißwein aus der Rebsorte Sauvignon Blanc, die mit ihrer Frische, unverwechselbaren Aromatik und Mineralität weltweit immer mehr Freunde gewinnt. Es ist also nur folgerichtig, dass international immer mehr Anbaugebiete sich dieser Varietät, die einst nur in Frankreich beheimatet war, zuwenden. Die Ergebnisse sind nicht selten großartig, der Erfolg oft einschneidend.

Sauvignon Blanc gehört heute zu den 20 meist angebauten Rebsorten der Welt und – persönlich definitiv zu unseren Lieblingen.

Sauvignon Blanc braucht frühe, warme Lagen, verlangt nach hoher Luftfeuchtigkeit und Böden mit guter Wasserführung. Junge Weine dieser Rebsorte weisen Aromen von Zitrusfrüchten und Kräutern auf, im Glas leuchten sie dann leicht grünlich. Ein gereifterer Sauvignon Blanc tendiert farblich ins Gelbliche, hat wenige grüne Lichtblitze und duftet nach vollreifen Stachelbeeren. Es können sich aber durchaus auch Noten von grünem Spargel oder Paprika daruntermischen oder saftigen Früchten wie Aprikose und Pfirsich – und genau diese sehr vegetabile Aromatik und faszinierende, kecke Vielfalt macht diese Rebsorte aus.

Ein Sauvignon Blanc aus Neuseeland ist unverkennbar

Welcher Missionar oder früher Auswanderer hat die ersten Rebstöcke in Neuseeland gepflanzt? Die Ursprünge des Weinbaus dort liegen noch im Dunkeln, denn der kommerzielle Weinbau ist noch keine 50 Jahre alt. Zweifelsfrei fest steht aber, dass das Land mit seinen zwei Hauptinseln heute die besten Voraussetzungen für den Weinbau bietet. Wissenschaftler vieler Disziplinen kooperieren, um immer neue Anbaugebiete ausfindig zu machen, von denen man ganz sicher hören wird. Weltweit bereits fest in der Gegenwart verankert ist Sauvignon Blanc aus Neuseeland. „Marlborough Estate“ ist dabei der – junge – Klassiker und Weine aus Nelson und Canterbury gehören zu den aufstrebenden Tropfen, die man unbedingt probieren sollte. Neuseeland kann große Quantitäten in hervorragender Qualität produzieren und ist damit der größte Rivale französischer Sauvignon Blancs. Es ist diese unvergleichliche Einzigartigkeit, der prägnante, exotische Duft nach Pasionsfrucht, Stachelbeeren, Zitrusfrüchten, nach eleganten Kräuter-Nuancen – die herrlich kecke Säure, der herb-fruchtige Geschmack und die beispielhafte Sensorik, die durch das in den Sauvignon Blanc eingebundene Terroir glasklar alles über die Bodenart, das Klima und das „Elternhaus“ offenbart.

Kritiker, Fachzeitschriften und Genießer loben und lieben den Sauvignon Blanc aus Neuseeland, sie schwärmen von der Präzision und Ausdruckskraft – und sind sich alle einig, dass ein Sauvignon Blanc aus Neuseeland mit einer charaktervollen Sorten-Typizität und intensiver Aromatik begeistert.

Obwohl Neuseeland an der weltweiten Weinproduktion gerade einmal einen Anteil von 1 % hat, werden 17 % der weltweiten Sauvignon Blancs in Neuseeland hergestellt.

Das neuseeländische Weinbaugebiet Marlborough gilt als Vorzeige-Region. Etwa 70 % der gesamten Rebfläche Neuseelands ist mit Sauvignon Blanc bestockt und Neuseeland ist das weltweit zweitgrößte Anbaugebiet für diese markante Sorte.

Frankreich – das Mutterland des Sauvignon Blanc

Frankreich ist das Mutterland des Sauvignon Blanc. Im Tal der Loire haben sich irgendwann einmal ganz natürlich die Rebsorten Traminer und Chenin Blanc gekreuzt und ein neuer Stern am Weinhimmel war geboren. Bis heute bestimmen die Klassiker aus Frankreich, wie ein Sauvignon Blanc schmecken sollte – aber Vorsicht: Die Konkurrenz ist ihnen eng auf den Fersen. Dennoch, vor allem Weinfreunde aus Europa empfinden französischen Sauvignon Blanc nach wie vor als unerreicht. Die großen Namen, die dafür bürgen, sind Weingüter aus Sancerre und Pouilly-Fumé. Das einzige Problem dieser Region: Sie ist zu klein, um die große Nachfrage nach Sauvignon Blanc auch nur annähernd befriedigen zu können.

Chile – vielschichtige Weine mit klarem Rebsorten-Charakter

Chile liegt am Pazifik und verfügt über eine lange Küstenregion. Sie ist die Heimat der großen Weingärten, aus denen die bekannten Sauvignon Blancs des Landes kommen. Das „Central Valley“ wird sich auf den meisten Etiketten der exportierten Weine dieser Rebsorte als Anbaugebiet ausweisen. Sauvignon Blancs aus Chile haben immer Anklänge an tropische Früchte wie Ananas oder grüne Bananen, kombiniert mit Limette oder Nuancen von frisch gemähtem Gras. Die Tatsache, dass der chilenische Sauvignon Blanc überwiegend von großen Produzenten stammt, ist jedoch definitiv kein Nachteil. Sie gewährleistet stattdessen eine zuverlässige Qualität zu einem fairen Preis-Genuss-Verhältnis.

Südafrika – mit dem Ende der Apartheid kam der Durchbruch als Weinland

Südafrika ist bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert ein Wein produzierendes Land, erste Versuche erfolgten sogar noch hundert Jahre früher. Doch erst mit dem Ende der Apartheid Ende der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts konnte sich der Weinbau zu einem international akzeptierten Wirtschaftszweig entwickeln. Zunächst kamen Rotweine auf den Markt, heute sind es zunehmend auch weiße Tropfen, die aus Südafrika exportiert werden. Sauvignon Blanc nimmt dabei einen immer höheren Stellenwert ein. Besonders beliebt sind Weine aus der Region Stellenbosch in der Nähe von Kapstadt. Sie zeichnen sich durch eine intensive Farbe und eine gute Kombination von Frucht und Mineralität aus.

Deutschland – besitzt definitiv konkurrenzfähige „Sauvignon-Blanc-Flüsterer“

Deutschland ist ein klassisches Weinland, in dem die Rebsorte Sauvignon Blanc keine überragende Bedeutung hat – zumindest noch nicht. Das heißt aber nicht, dass die Sorte hier nicht mit großartigen Ergebnissen angebaut wird, im Gegenteil: Lediglich die Mengen halten sich in Grenzen. Nennenswerte Anbauflächen für Sauvignon Blanc befinden sich in der Pfalz, in Rheinhessen und Baden Württemberg. Etablierte Winzer und Newcomer experimentieren jedoch in Deutschland zunehmend mit der Rebsorte und erzeugen dabei bemerkenswerte Tropfen. So kommt etwa aus der Pfalz ein Wein, der aus unterschiedlichen Reben und Lagen komponiert wird.

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