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Spitzenweine aus Neuseeland auf Erfolgskurs

Weinbau wird in Neuseeland schon seit über 150 Jahren betrieben. Der rasante Siegeszug, den die Neuseeland Weine aus dieser fernen „Neuen Welt“ rund um den Globus genommen haben, hat aber erst vor etwa drei Jahrzehnten so richtig begonnen.

Neuseeland ist und hat mehr, als „nur“ den Sauvignon Blanc …

… nämlich auch noch Kiwis und Schafe! Und eine Vielzahl anderer feiner Weine, die an der Klasse und Meisterschaft der neuseeländischen Weinerzeuger keinen Zweifel lassen. Heute wissen Genießer auf der ganzen Welt nicht nur den wunderbaren Sauvignon Blanc zu schätzen, der lange das Haupt-Aushängeschild der Weinwirtschaft Neuseelands gewesen ist. Weine und Blends der Rebsorten Pinot Noir, Riesling, Chardonnay, Syrah und Cabernet-Sauvignon sind dem Sauvignon Blanc inzwischen dicht auf den Fersen.

Während die Winzer das Klima ihrer beiden Inseln zunehmend mit neuen Techniken für die Herstellung edler und sehr erfolgreicher Tropfen zu nutzen wissen, bleiben sie in einem anderen Punkt doch recht klassisch und der Tradition verbunden: Sie nutzen hauptsächlich Rebsorten, die sich bereits in der „alten“ Weinwelt Europas bewährt haben. Von dort gelangten die Trauben auch einst ans andere Ende der Welt. Auswanderer hatten Rebstöcke im Gepäck, um in ihrer neuen Heimat ein Stück von ihrer Vergangenheit und Kultur bei sich zu haben.

Obwohl der größte Teil neuseeländischer Weine ursprünglich von der Nordinsel stammte, ist es mittlerweile hauptsächlich den Tropfen von der Südinsel zu verdanken, dass neuseeländische Weine derart Aufwind bekommen haben.

Vor allem das Anbaugebiet Marlborough im äußersten Norden der Südinsel hat Weinfreunde auf der ganzen Welt mit seinem aromatischen, intensiven und knackigen Sauvignon Blanc überzeugt.

Das Geheimnis der Neuseeland Weine? – ist gar keines!

Der Erfolg der frischen, sehr ausdrucksstarken und dabei doch eleganten Sauvignon Blancs hat vor allem die Franzosen das Fürchten gelehrt. Waren sie doch lange die unangefochtenen Spitzenproduzenten bei dieser Rebsorte – doch der Thron wackelt.

In Deutschland sollten wir uns jedoch mit etwaigen Anflügen von Schadenfreude gegenüber den Franzosen (müssen sie nach dem Sauvignon Blanc doch auch beim Chardonnay mit der außerordentlichen Qualität der Neuseeländer rechnen) lieber zurückhalten. Denn die deutsche Weinwirtschaft beobachtet durchaus mit Sorge, dass die Konkurrenz in Neuseeland „unseren“ Riesling zunehmend für sich entdeckt. Und auch die italienische, weiße Top-Rebsorte Pinot Grigio wird mehr und mehr zu einem neuseeländischen Paradewein.

Insgesamt wird inzwischen mehr Wein auf der Süd- als auf der Nordinsel produziert. Marlborough allein nimmt dabei schon mehr als die Hälfte der Anbaufläche des gesamten Landes ein. Echte Fans können den Sauvignon Blanc von Marlborough bereits am Duft identifizieren. Die frischen Aromen von grünen Paprika und exotischen Früchten, gepaart mit einem Dufthauch von Gräsern, gelten vielen längst als unverwechselbar.

(Noch) immer dominieren in Neuseeland die Weißweine …

… doch inzwischen sieht man in Neuseeland auch gerne „rot“ – und auch das mit beachtlichem internationalen Erfolg. Dabei wird übrigens ebenfalls mit klassischen Rebsorten gearbeitet, vorneweg mit Pinot Noir, Syrah, Cabernet Sauvignon und Merlot.

Neuseeland scheint gerade den Geschmack von jüngeren Weinfreunden genau zu treffen, das ist sicher eines der Erfolgsgeheimnisse. Bei den Rotweinen schätzen junge Genießer, dass die Tropfen nicht lange reifen müssen. Tatsächlich können etwa die Pinot Noirs bereits nach erstaunlich kurzer Zeit getrunken werden. Gleichzeitig haben sie aber, wenn das gewünscht ist, auch durchaus noch ein beachtliches Reifepotenzial. Diese unkomplizierte Art von Entscheidungsfreiheit kommt bei einem jüngeren Weinpublikum ausgesprochen gut an.

Wein-Attribute, die man gerne liest

Was ebenfalls sehr gut ankommt, ist die Tatsache, dass mit Neuseeland-Weine mit Begriffen wie sauber, umweltfreundlich oder „green and clean“ assoziiert werden. Denn weite Teile der Landschaft sind nach wie vor menschenleer, es gibt wenig Industrie und die Lage im endlosen Pazifik sorgt für stets frischen Wind und somit für frische Luft. Das alles schlägt sich natürlich im Geschmack der Weine nieder. Nicht selten wird dann eben mit Vokabeln wie rein und klar gearbeitet.

Das Klima Neuseelands kommt dem Weinbau grundsätzlich extrem entgegen. Die Nächte sind häufig frisch und kühl, während tagsüber zuverlässig die Sonne scheint und hohe Temperaturen erreicht werden. Dazu kommt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Böden, die die Winzer optimal zu nutzen wissen.

Schön, wenn man sich das alles mit tollen Weinen nach Hause holen kann.

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