Menschen & Geschichten

Weingeschenke im Corona-Jahr 2020

Die einen haben sowieso schon alles und die anderen möchten bereits seit Jahren nichts mehr geschenkt bekommen. O-Ton: „Kind, spar' Dein Geld doch lieber!“ Im Corona-Jahr 2020 kommt es noch dicker. Wie wäre es da mit einem Weingeschenk und virtuellem Anstoßen auf Distanz?

Wir haben in den letzten Monaten doch alle gelernt, was wirklich wichtig ist, oder? Die Gesundheit, der Zusammenhalt, die Familie und Freunde. Daneben verblassen materielle Werte … Aber weihnachtliche Gewohnheiten sitzen tief und wir kaufen Geschenke. Natürlich! Doch um die Wünsche nach „nichts“ der Familie und Freunde zu respektieren, kommen in diesem Jahr vermehrt Gaben unter den Baum, die nicht herumstehen, sondern verbraucht werden. Also, her mit selbstgebackenen Keksen und handgerollten Trüffeln. Vor allem aber: Her mit ein paar guten Flaschen Wein!

Wünsche

Wein für den Papa

Vorurteile hin, Klischees her: Der Papa bekommt einen guten Roten. Und weil der Papa das Echte und Authentische liebt, muss es zum Fest ein großer Tropfen sein. Für Väter in Anzug und Krawatte empfehle ich einen klassischen Franzosen einzukaufen, wahlweise darf es aber auch gern einer der großen Toskaner sein.
Mit Anzügen hat es der Papa eher nicht so, er mag es lieber gemütlich und unkompliziert? Dann passen wein-technisch ein Spanier oder ein Süditaliener gut zu ihm. Es bieten sich an: der Tempranillo aus Spanien, der Primitivo aus Apulien oder der Nero d’Avola aus Sizilien; alle drei echte, unverfälschte Kerle – ebenso wie Papa. Und falls der Papa in seiner Sturm- und Drangzeit mal den Highway 66 runtergebrettert ist, dann weckt ein guter Zinfandel aus Kalifornien garantiert einige Erinnerungen.

Wein für die Mama

Die Mama hat zum Fest natürlich nur das Beste verdient – nicht zuletzt, weil sie in aller Regel auch die meiste Arbeit mit Weihnachten und die meisten Nerven gelassen hat. An dieser Stelle wird also bitte nicht gespart! Wenn es prickeln darf, dann ist natürlich ein Champagner aus renommierten Hause die erste Wahl. Mag die Mama es ein wenig bescheidener, dann darf es vielleicht ein Crémant oder Sancerre aus dem Herzen Frankreichs sein oder ein Sauvignon Blanc aus dem neuseeländischen Marlborough. Der kommt mit Sicherheit immer dann genau richtig an, falls die Mama unter Fernweh leidet. Sie ist eher der heimatverbundene Typ? Dann ist eine Flasche Riesling eine gute Wahl. Aber bitte nicht „irgendeinen“, sondern einen richtig guten.

Wein für die Schwester

Die Schwester, das ewige Mädchen. Wenn sie eine jüngere Schwester ist, stehen die Chancen gut, dass sie sich über eine Flasche Rosé freuen wird. Nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen der Farbe. Wenn sie eine ältere Schwester ist, könnte Rosé als Weingeschenk ebenfalls passen. Dann muss allerdings neben dem Farbton unbedingt auch die Qualität stimmen. Immer mehr Menschen (also auch immer mehr Schwestern) steigen auf vegane Lebensweise um. Wenn das der Fall ist, sollte natürlich auch der Wein vegan sein. 

Wein für den großen Bruder

Er macht sich Sorgen um den Planeten und ist schon vom Auto aufs Fahrrad umgestiegen? Klare Sache, mit einer Flasche Wein liegt man bei ihm sicher richtig – allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen. Der Tropfen muss natürlich von einem zertifizierten Bio-Weingut stammen, auf dem pestizidfrei und ertragsreduziert gearbeitet wird. Auch bei der Flasche heißt es aufgepasst: Sie sollte nicht mit einem Korken verschlossen sein, denn dieses Material ist ein kostbarer Stoff aus der Natur. Besser ist ein Schraubverschluss aus Metall, der wiederverwertet werden kann.

Wein für die beste Freundin oder den besten Freund

Bei guten Freunden muss auch mal ein Risiko drin sein. Es darf also in ein noch unentdecktes Weinland investiert werden, in unbekannte Rebsorten, in junge Weingüter. Nächstes Jahr will die ganze Gruppe in Rumänien campen? Dann könnte es jetzt schon die passende Flasche Wein geben. Falls die Freunde gerade in ihre erste gemeinsame Wohnung oder ihr erstes Haus gezogen sind, sind neben einem originellen Weingeschenk ganz bestimmt auch Utensilien wie eine Dekantierkaraffe oder ein Weinthermometer willkommen.

Wein für alle, die uns 2020 etwas leichter gemacht haben

Zugegeben: Es war nicht gerade das beste Jahr. Aber selbst 2020 wird es Leute gegeben haben, an die wir uns richtig gerne erinnern und die richtig was für uns getan haben. Jetzt ist die Zeit, „Danke“ zu sagen. Mit Worten, mit ein paar netten Zeilen und/oder einer Flasche Wein. Dafür braucht sich niemand finanziell zu ruinieren, denn es geht ja vor allem um die Geste. Mit Weinen aus populären Rebsorten in einem Preisbereich um die acht Euro bis zwölf Euro und einer guten Wein-Beratung kann man quasi nichts falsch machen. Geeignete weiße Sorten sind Chardonnay, Grauburgunder und Riesling, bei den roten bieten sich Merlot, Cabernet Sauvignon und Spätburgunder an.

Wein für die Großmutter

Ist sie nett? Natürlich ist sie nett! Gönnen Sie ihr eine kleine, feine Flasche edelsüßen Dessertwein.

Wein zum Selbertrinken

Vergessen Sie bei allen anderen nicht … sich selbst! Gönnen Sie sich auch ein wohlverdientes Weingeschenk – kaufen Sie einen Ihrer Lieblingsweine und stoßen Sie auf sich an.
Oder kaufen Sie jeden Wein zweimal – und trinken Sie dann virtuell und auf Abstand gemeinsam mit dem Papa, der Mama, der Schwester, dem Bruder, dem Freund, der Freundin, den Menschen, denen Sie Danke sagen möchten, und natürlich mit der Oma.

In diesem Sinne – (trotz allem): Frohe WEINachten!

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